Warum die Wahl in nur wenigen Staaten entschieden wird

Auf welche Staaten wir in der Hauptwahl besonders achten sollten und warum Barack Obama dort leicht im Vorteil ist. Außerdem: Romneys Versäumnis Führungsqualitäten zu beweisen. Und wieso Mitt Romney die Unterstützung eines Diktators bekommt.

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Aufreger der Woche

Obama ein Hochverräter? Ja, meinte eine Unterstützerin von Mitt Romney auf dessen Wahlkampfveranstaltung. Nun kann Romney nichts für die Äußerungen eines jeden Unterstützers, aber reagierte nicht einmal auf den Kommentar. Schwach, sagen die Demokraten. Da hilft auch nicht, dass Romney sich später von der Äußerung distanzierte. Vorgägnerkandidat John McCain hatte in einer ähnlichen Situation 2008 mehr Format.

Take-Aways der Woche

Erstens: Etwas überraschend, aber jetzt ist es offiziell: Obama beginnt seinen Wahlkampf mit einer Grundsatzrede. Und das kämpferisch mit einem Auftritt in Ohio. Die rasche Antwort der Republikaner? Wir reden nicht über das Morgen, sondern das Jetzt: Obama isn’t working.

Zweitens: Rick Santorum unterstützt Mitt Romney, wenn auch etwas halbherzig und geleitet vom Gedanken „der Feind (Romney) meines Feindes (Obama) ist mein Freund (Romney)“. Man brauche jetzt jede Hand, um Obama zu schlagen. Derweil gewann Romney die Vorwahlen in West Virginia, North Carolina und Indiana mit knapp drei Viertel der Stimmen. Ihm fehlen jetzt noch gut 200 Delegierte bis zur offiziellen Nominierung.

Drittens: Obamas Kampagne versteht zu kommunizieren. Und erzählt die Geschichte von Julia – unter Präsident Obama und Präsident Romney. Wenig überraschend, Julia geht’s unter Obama besser.

Viertens: SuperPACs führen zu Politikverdrossenheit. Das hat eine Studie des Brennan Center for Justice herausgefunden. Der Grund: Bürger haben den Eindruck, dass die Großspender der SuperPACs sehr viel mehr Einfluss auf amerikanische Politiker haben als der Durchschnittsamerikaner.

Thema der Woche

Bei der Hauptwahl ist nicht entscheidend, wer landesweit am meisten Stimmen holt, sondern wer 270 Wahlmänner in den Staaten gewinnt. Zentral dabei: Die Swing States oder Battleground States – Staaten, die als knapp gelten, die mal demokratisch wählen, mal republikanisch. Die New York Times hat zusammengestellt, auf welche Staaten wir in diesem Jahr achten sollten. Richtig spannend werden u.a. die Staaten Florida, Ohio, Virginia, New Hampshire und Pennsylvania. Eine aktuelle Gallup-Umfrage zeigt, dass es auch in den Swing States ein knappes Rennen ist – 47 zu 45 Prozent für Obama. Aber der Präsident hat einen leichten Vorteil. Laut Wählerbefragungen sind seine Anhänger etwas enthusiastischer und stärker motiviert, im November wählen zu gehen. Welche Möglichkeiten Romney hat, um Obama in den Swing States zu überholen, diskutiert die New York Times. In vier Debattenbeiträgen werden unterschiedliche Strategien diskutiert, die Romney wählen könnte. 

Empfehlung der Woche

Die New York Times blickt zurück. Zurück auf die ausgestiegenen Bewerber der Republikaner. Absolut sehens- und hörenswert!

Einer muss noch …

Sacha Baron Cohen meldet sich mit seinem neuen Film zurück: „Der Diktator.“ Auf der Werbetour dafür hat er sich dann auch in die anstehende US-Wahl eingemischt. Er endorsed einen gewissen Mitchell Romney …

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