Obama spielt die Latinokarte

Im Kampf um die Wählerstimmen umgarnt Obama nun die Latinos und Romney wirft ihm Heuchlerei vor. Außerdem: Jeb Bush kritisiert die Republikaner, John Kerry muss für Obama den Romney mimen und das Obama Girl hat einen würdigen Nachfolger: Obama Boy.

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Aufreger der Woche

Heidi Heitkamp kommt aus North Dakota und möchte für die Demokraten in den Senat. Ihre Strategie: Sie setzt auf die Gesundheitsreform von Obama und verbindet diese mit ihrem persönliche Schicksalsgeschichte. Heitkamp hatte vor Jahren erfolgreich ihren Brustkrebs besiegt. Dieser Spot spaltet jetzt die Wähler – pietätlos und ohne echte Beziehung zur Gesundheitsreform meinen die einen, authentisch die anderen.

Take-Aways der Woche

Erstens: In den Swing States wird es ungemütlich. Dort liegt Obama in den Umfragen immer noch vorne und das will Mitt Romney gerade mit einer Bus-Tour ändern. Er zeigt nicht nur Nähe, sondern produziert auchschöne Bilder für die Medien (hier die Route). Am Wochenende geht es für ihn nach Ohio und die Obama-Kampagne stimmt die Einwohner schon mal drauf ein. Hier das Obama-Video: Welch nette Begrüßung …

Zweitens: Im Körper des Feindes! Dieser Hollywood-Streifen könnte Vorbild für den neuen Job von John Kerry werden. Der demokratische Präsidentschaftskandidat, der 2004 gegen George W. Bush verlor, soll nun Barack Obama fit für das TV-Duell gegen Romney machen. Er wird in die Rolle von Romney schlüpfen und Obama in den Vorbereitungen contra geben.

Drittens: Die Grabenkämpfe bei den Republikanern gehen weiter. Jeb Bush, Bruder von George W. Bush und Präsidentschaftskandidat  in Reserve, geht mit seiner Partei hart ins Gericht. Weder sein Vater George W. H. Bush noch Ronald Reagan hätten heutzutage die Kandidatur der GOP gewonnen. Im Klartext: Für ihn sind die Republikaner zu weit nach rechts gerückt.

Thema der Woche

Präsident Obama legt vor mit einer neuen Immigrationspolitik: Keine Abschiebung junger Immigranten mehr, die von ihren Eltern als Kinder ins Land gebracht wurden. Wenig überraschend wirft Mitt Romney Obama politisches Kalkül vor, um Latinostimmen zu gewinnen.

Dass sich dieser Schachzug aber tatsächlich positiv für Obama auswirkt – eher unwahrscheinlich. Zwar hat er sich in Bezug auf Immigrationspolitik einen klaren Vorteil gegenüber Romney verschafft, wie diese Umfrage unter registrierten Latinowählern in fünf Battleground States zeigt: 2009 waren noch 41 Prozent der Latinowähler eher gegen Obamas Immigrationspolitik und nur 22 Prozent dafür – heute sind 49 Prozent davon überzeugt und nur 14 Prozent dagegen. Besonders im Vergleich zu Romney sind diese Zahlen gut, der nur 10 Prozent für und knapp 60 Prozent der Latinowähler gegen seine Immigrationspolitik hat.

Trotzdem: Immigration ist zwar wichtig für Latinos, aber wahlentscheidend ist auch für sie die Wirtschaft. EineFox News Umfrage (aber auch Umfragen von PEW Research) unter wahrscheinlichen Latinowählern ergab, dass Wirtschaft das Topthema ist. Für nur 12 Prozent Immigration erste Priorität hat – im Gegensatz zu knapp 50 Prozent, für die die Wirtschaft das wichtigste Policy-Thema ist. Außerdem kann Obama sein Standing bei den Latinos kaum noch verbessern: momentan sind knapp 70 Prozent den Demokraten zugetan und nur ca. 20 Prozent den Republikanern, wie eine PEW Research Studie findet. Zudem: Obama hat sich mit der Art und Weise wie er die neue Immigrationspolitik durchgebracht hat, im exekutiven Alleingang, eher Feinde unter Regierungskritikern gemacht – besonders weil er als Senator zu Zeiten Bush Juniors noch die American Freedom Pledge für begrenzte exekutive Macht unterzeichnete.

Empfehlung der Woche

Was ist wahr, was falsch und was übertrieben. Die New York Times hat sich zentrale Aussagen der Obama- und der Romney-Kampagne zu Themen wie Staatsschulden, Gesundheitsreform und Auto Bailout herausgefischt und auf Mark und Bein überprüft. Schön übersichtlich und in Häppchen aufbereitet – informativ und schön zum Schmökern für zwischendurch – unsere Empfehlung der Woche.

Einer muss noch sein …

Letzte Woche haben wir berichtet, dass sich das berühmte Obama Girl von 2008 von ihrem Schwarm getrennt hat. Ist aber gar nicht schlimm, denn nach seiner Bekenntnis zur Homo-Ehe wird Obama weiter angeschmachtet … der Obama Boy.

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