Mit der Michigan-Vorwahl im Fokus und Daniel Schmücking im Expertenschnack

Romney hat den Super-GAU mit seinem knappen Sieg in Michigan gerade nochmal abgewendet. Nun sieht er sich als Opfer von Obamas Wahlkampfstrategie. Außerdem: Im Expertenschnack erklärt Daniel Schmücking, warum „negative ads“ in den USA besonders gut funktionieren und weshalb Romney der Meister dieser Kunst ist.

Alle Links zur Politsnack-Folge 12 und weitere Informationen gibt es hier.

Mitt Romney hat wieder einmal gezeigt, dass er siegen kann, wenn es wirklich darauf ankommt: In Arizona mit 20 Prozentpunkten Vorsprung vor Rick Santorum – 47 zu 27 Prozent. In Michigan war’s dagegen ganz knapp, gerade mal mit 3 Prozentpunkten Vorsprung.

Hier findet man, was Romney dazu zu sagen hatte. Und hier Rick Santorums Interpretation der Ergebnisse.

Nach dem Sieg beim Caucus im bevölkerungsärmsten Staat der USA, Wyoming, liegt Romney jetzt bei 167 Delegierten. Santorum kommt auf 87, Newt Gingrich und Ron Paul folgen mit 32 bzw. 19 Delegierten, wie die Washington Post vorrechnet.

Heißt diskutiert wurde Santorums Versuch, Demokraten in Michigan zur Wahl gegen Romney – also für Santorum – zu bewegen. Das wird möglich, weil Michigan eine „open primary“ hat, d.h. auch als Demokraten oder Unabhängige registrierte Bürger an der republikanischen Vorwahl teilnehmen können. Bereits in der Vergangenheit hat dies dazu geführt, dass Demokraten für den in der Hauptwahl vermeintlich leichteren Republikaner stimmten.

Immerhin 10 Prozent der Wähler waren in Michigan Demokraten. Und von denen haben über die Hälfte für Santorum gestimmt. Lediglich ein Viertel für Romney. Das zeigen uns die Umfragen von CNN.

Santorums Taktik ist nur Wasser auf die Mühlen der Romney-Kampagne. Die versuchen ohnehin, immer wieder herauszustreichen, dass nur Romney eine Chance gegen Obama im November hätte. Deswegen interpretiert man den Sieg in Michigan gleich mal als eine Niederlage für die „Obama-Maschine“. Dazu hier ein Video: „Kill Romney“.

Santorum bemüht derweil seinen Stammbaum, um sich näher an die Arbeiter Amerikas zu bringen. Immer wieder verweist er auf seinen Großvater – einem italienischen Immigrant, der sich in den USA als Minenarbeiter hart arbeitete. Damit will er klar zeigen, dass er im Gegensatz zu Romney nicht der 1 Prozent „dort oben“ ist.

„Feine“ Unterschiede zwischen den Kandidaten herauszuarbeiten, hat sich auch der Super-PAC „Restore Our Future“ vorgenommen (Wir haben immer wieder darüber berichtet). Hier die jüngste Attacke gegen Santorum.

Die Analysen der Washington Post zeigen: Bis letzte Woche hatten rund drei Viertel aller Fernsehspots den politischen Gegner im Fadenkreuz. Die Werbung im Wert von 16 Mio. Dollar der Romney-Unterstützer „Restore Our Future“ waren zu 100 Prozent negativ.

Die „Lieblingsattacke“ unseres Experten, Daniel Schmücking, kommt von Ron Paul. Der nennt Santorum schlicht und einfach einen „Fake“. Hier in einem Werbespot und hier in einer Debatte.

Nächste Woche wird der Super Tuesday mit rund 400 zu verteilenden Delegierten in zehn Staaten das Feld noch einmal richtig durchschütteln. Ein eindeutiger Sieger wird jedoch nicht erwartet.

Die vollständige Diskussion der US-Außenministerin Clinton gibt’s hier. Sehr interessant, aber natürlich kein Stück gänzlich für die Politische Kommunikation. Der Fokus war eher außenpolitisch.

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